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Über-Lebensgeschichten zum Holocaustgedenktag 2021

Erstellt von A.-L. Böttcher  |     

Anlässlich des Überthemas des Holocaustgedenktages 2021 stand das Motto „Über-Lebensgeschichten“ auch im Fokus von Unterrichtseinheiten in den Jahrgangsstufen 8 und Q2:

Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Geschichte der Jahrgangsstufe Q2 laden interessierte Schülerinnen und Schüler anderer Jahrgänge, sobald der Präsenzunterricht wieder losgeht, herzlich dazu ein, sich mit ihrem Smartphone oder dem Tablet zu einem kleinen, aber spannenden Rundgang aufzumachen – natürlich mit Abstand. Es geht um Geschichten aus dem Exil: Die Kursmitglieder erarbeiteten Biografien von Personen des kulturellen Lebens, die in den Dreißigerjahren aus Deutschland flohen, weil ihre Werke verbrannt wurden oder sie nicht mehr komponieren, schreiben oder auftreten durften. Im Schulgebäude verteilt werden die Biografien sowie Texte aus dem Exil auf DIN-A-4-formatigen Postern ausgehängt. Über einen QR-Code erhält man weitere Informationen zur entsprechenden Person sowie Hörbeispiele wie Gedichte oder Musikstücke.

Präsentiert werden u.a. Exil-Geschichten der Brüder Mann, der Schriftstellerinnen Anna Seghers und Mascha Kaléko, der Schauspielerin Elisabeth Bergner sowie des Komponisten Walter Arlen. Die Lerngruppe untersuchte, was ein Leben im Exil gerade für Schriftsteller:innen bedeutete, die nun nicht mehr auf ihrer Muttersprache veröffentlichen konnten. Einige von ihnen kehrten niemals nach Deutschland zurück – enttäuscht von den Menschen, die der NS-Diktatur gefolgt waren oder auch aufgrund von Schuldgefühlen, ihr Heimatland im Stich gelassen zu haben. 

Mit dem Tagebuch der Anne Frank setzte sich die Klasse 8b im Deutschunterricht unter der Leitung von Frau Weingardt auseinander. In vier kleinen Videos begründen die Schülerinnen und Schüler nun eindrücklich, wieso man dem jüdischen Mädchen Anne Frank, ihrem Vater und Holocaustüberlebenden Otto Frank, dem Unternehmer Victor Kugler, der der Familie Frank half, sich während der deutschen nationalsozialistischen Besatzung der Niederlande während des Zweiten Weltkriegs vor Verfolgungen zu verstecken, sowie Annes Freundin Hanneli Pick-Goslar, die noch heute in Jerusalem lebt, gedenken soll. Die Videos entstanden im Rahmen der Aktion #muenstergedenkt, die die Villa ten Hompel ins Leben gerufen hat. Sie ist eine Alternative für den alljährlichen gemeinsamen Gedenktag aller münsterschen Schulen auf dem Rathausinnenhof, der dieses Jahr coronabedingt leider ausfallen muss. Die Kinder der Klasse 8b zünden ihre Gedenkkerzen daher digital an und finden so eine alternative Form des Erinnerns.

Ein Interview mit Bürgermeister Markus Lewe rund um das Thema Erinnerungskultur haben Vinzenz Schierbrock und Aaron Sosna (beide 9b) zusammen mit anderen Schülerinnen und Schülern aus Münster im Rahmen des WN-Klasse!-Projekts geführt. Gemeinsam bildeten sie ein kleines Redaktionsteam und trafen sich virtuell. Hier geht es zum Artikel der Westfälischen Nachrichten: 
https://www.wn.de/WN-Aktion/Klasse/Gegen-Vergessen/4353379-Muensters-Oberbuergermeister-im-Schueler-Interview-Markus-Lewe-Erinnern-durch-persoenliche-Begegnungen.

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