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Eine „Paulinum-Connection“: Austausch mit Aggie aus Bristol

Zum Glück leben Pauliner in aller Welt und verspüren immer noch eine Verbindung zu ihrer alten Schule. Aggies Mutter, eine Stufenkollegin meines Vaters aus dem Abiturjahrgang 1987 wollte ihrer Tochter eine Erfahrung am Paulinum vermitteln. So hatte ich das Glück, mit Unterstützung meiner Englischlehrerin Frau Schmitz, die „Colston´s Girls´ School“ zu besuchen. Während Aggies Mutter, Dagmar, zu den ersten Mädchen auf dem Paulinum gehörte, besucht ihre Tochter Aggie eine Mädchenschule. Dort trugen alle eine Uniform. Das Schulsystem erinnerte mich an Hogwards von Harry Potter: Es gab keinen festen Klassenverband, stattdessen waren Schüler über Jahrgänge hinweg einem Haus zugeordnet. Jedes Haus traf sich montags zu einer Besprechung und Dienstag gab es Gemeinschaftsaktivitäten. Für den Unterricht gingen wir für jedes Fach in einen anderen Raum, wo dann aus jedem Haus Schüler vertreten waren. Da habe ich in kurzer Zeit viele nette Mädchen kennengelernt. Es war anfangs ganz schön schwer meine Mitschülerinnen zu verstehen. Aber nach dem zweiten Tag wurde es besser. Ich habe irgendwann angefangen einfach drauf los zu reden – und wir haben uns wirklich verstanden!

Außerhalb der Schule haben wir viel gesehen. Wir haben verschiedene Teile von Bristol erkundet, zum Beispiel die schöne Altstadt mit viktorianischen Gebäuden und den Hafen. Die Siedlung, in der Aggie wohnte, sah wirklich „britisch“ und gemütlich aus: alte Reihenhäuser vom Ende des 18 Jahrhunderts mit kleinen Vorgärten und großen Fenstern in Erkern. Auch die schöne alte Stadt Bath haben wir besucht. Dort haben wir Caramel Fudge, ein sehr süßes englisches Gebäck, gegessen. Etwas so süßes hatte ich vorher noch nie gegessen. Das Essen war übrigens sehr lecker – vor allem die „Fish & Ships“ – daran könnte ich mich echt gewöhnen. Ich erlebte auch, wie Dagmar als englische Staatsbürgerin vereidigt wurde. Das hatte mit dem geplanten Brexit zu tun. Aggies Familie hat mich sehr gut aufgenommen und nach kurzer Zeit fühlte ich mich schon wie zu Hause. Ich hatte sogar ein eigenes Zimmer. Der Abschied fiel allen schwer.

Mit vielen neuen Eindrücken kam ich mit Aggie zusammen nach Münster zurück. Nun besuchte sie unsere Stadt und das Paulinum. In wenigen Tagen hat auch sie sich hier sehr gut eingelebt und viele meiner Freundinnen kennengelernt. Ihr gefielen sehr die kürzere Schulzeit als in England und das Essen in der Paula, das vielseitiger war als in ihrer Schule. Wir haben mit Aggie viele Ausflüge ins Umland, zur Familie und bis an die Nordsee unternommen. Auch sie hat sich nach und nach immer mehr getraut deutsch zu sprechen.

Wir wollen uns auf jeden Fall regelmäßig wiedersehen. Einmal haben wir das sogar schon geschafft!