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Vivat Pax! Historisches Spektakel mit Paulinum-Blasorchester und großem Chor

Fotos: Matthias Ahlke, WN

Friedensspiel „Vivat pax! Es lebe der Friede!“

Historisches Spektakel begeistert 1200 Zuschauer.

Das mutige Konzept des Stadtheimatbundes Münster zur Neuinszenierung des Historienspiels „Vivat Pax! Es lebe der Friede!“ geht auf: 1200 begeisterte Zuschauer erleben am Samstag ein zeitgenössisch geprägtes Spektakel der Extraklasse auf der Freilichtbühne hinter dem Rathaus.

Knapp 30 Darsteller tanzen, lästern, streiten, schreien, weinen, lachen und diskutieren knapp eine Stunde lang über ein Ereignis, das Münster bis heute weltweit als Stadt des Friedens prägt.

Nicht den vornehmen Herrschern und Gesandten, Hauptakteure des 1648 in Münster und Osnabrück nach 30-jährigem Krieg geschlossenen Westfälischen Friedens, werden Gesicht und Stimme verliehen. Sondern dem einfachen Volk. Die, die das Blutvergießen verlustreich ausbaden müssen. Einfache Bürger, Bauern und Händler waren im 17. Jahrhundert die eigentlichen Opfer der Kämpfe um Land, Besitz und Macht. Bis heute hat sich daran weltweit nichts geändert.

Regisseur Markus Kopf und Autor Hans-Peter Boer lassen die Darsteller Hoffnungen der Menschen kommentieren, die geprägt sind von der Sehnsucht nach Frieden. Damit schlägt das Historienspiel, auch wenn es vorrangig an Vergangenes erinnert, eindrucksvoll die Brücke in die heutige Zeit mit weltweit vielen Krisenherden. Optisch bereichert wird die Szenerie durch Akrobaten der Uni-Hochschulsportgruppe, die so eine gewisse Leichtigkeit auch in Zeiten der Entbehrung vor der authentisch nachempfundenen Brettl-Bühne einspielen. Und der Friedensreiter, als Verkünder der frohen Botschaft hoch zu Pferd früher ein unverzichtbarer Bestandteil des Historienspiels, wird inzwischen vom Publikum auch nicht mehr vermisst. „Er kommt ja noch in den Texten und einer Figur vor. Wir wollten ganz bewusst mit der Neuinszenierung einen Perspektivwechsel wagen und das wird auch honoriert“, so Stadtheimatpfleger Heinz Heidbrink. Wegen des großen Interesses und weil die Sonderaufführungen von „Vivat Pax“ schon beim Katholikentag ausgebucht waren, hat der Stadtheimatbund in diesem Jahr erstmals eine Zuschauertribüne auf den Platz des Westfälischen Friedens gestellt. Premiere hat der Jugendchor des Gymnasiums Paulinum, er bereichert das zeitgenössische Bühnenspektakel ebenso wie das Paulinum-Blasorchester. „Wir sind offen für neue Elemente, die unser Historienspiel weiterentwickeln“, so Heidbrink. Zum Finale singen Zuschauer und Darsteller am Samstag gemeinsam ein Friedenslied. Eine starkes Zeichen in Zeiten, wo der Frieden oft brüchig erscheint. (Helmut P. Etzkorn, WN)