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Paulinumsschülerin für eigenen Forschungsauftrag am CERN in Genf

Ida im LHC-Tunnel

Ida vor Detektor

Gruppe

Vortrag von Ida

Ida im Labor

Im Rahmen einer eigenen Forschungsarbeit arbeitet Ida Wöstheinrich aktuell für zwei Wochen am Kernforschungszentrum CERN in Genf – ein Projekt, für das sich in diesem Jahr bundesweit 5 besonders begabte Schülerinnen und Schüler qualifizierten. Entstanden ist dieses außergewöhnliche Vorhaben bzw. ihre erfolgreiche Bewerbung dafür aus ihrem Engagement im letzten Schuljahr am Paulinum. Die an Physik interessierte Schülerin fiel in der Schule schon früh durch ihre ganz besonderen und oftmals ungewöhnlichen Ideen auf. Neben dem Physik-Leistungskurs engagierte sie sich bis zum Abitur, welches sie in diesem Jahr mit Bravur bestand, in vielerlei außerunterrichtlichen Angeboten und erhielt im Juli das MINT-Zertifikat des Gymnasium Paulinum mit Auszeichnung. Mit der Anfertigung ihrer Facharbeit zur Corioliskraft festigte sich in der Oberstufe ihr Wunsch, in aktueller Forschung mitzumischen. Ein ganz besonderes Erlebnis war es für Ida und ihre Mitschülerin Johanna Möllenhoff, als sie in der Jahrgangsstufe Q2 in den Herbstferien 2017 erstmals an einem Schülerworkshop am CERN teilnehmen durften. Die beiden Schülerinnen engagierten sich seit Längerem im Netzwerk Teilchenwelt und bewarben sich für diesen Workshop. Ausgewählt wurden sie unter anderem für ihren Einsatz in den Sommerferien, wo sie mit ihrer Lehrerin Frau Dr. Klein-Bösing einen Versuch zur Nuklearelektronik am Institut für Kernphysik unter die Lupe nahmen und auf Tauglichkeit für den Einsatz an der Schule testeten. Seitdem war Ida nicht mehr zu bremsen. Sie sprudelte im Unterricht geradezu über vor Freude über das Erlebte. Eindrucksvoll erzählte sie ihren Mitschülern/innen im Physik-Leistungskurs, was sie in den Tagen in Genf erlebt hatte. Sie zeigte zum Beispiel Fotos von dem Flur, in dem 1989 das „World Wide Web“ entwickelt wurde und von dem Auditorium, in dem 2012 die Entdeckung des Higgs-Teilchens verkündet wurde. Neben dem Besuch der großen Beschleunigerexperimente war es aber gerade auch der positive Austausch mit anderen Schülern/innen und Wissenschaftlern/innen, der Ida besonders gefiel und sie motivierte. So bewarb sie sich mit einer Vorstellung über die Corioliskraft vor genau einem Jahr initiativ beim wissenschaftlichen Kurzvortragturnier "Weitblick Science Slam" und gewann dieses als jüngste Teilnehmerin gegen fünf etablierte Wissenschaftler/innen. Mit ihrer Begeisterung für die Physik und ihrer ansteckenden Art hat sie es geschafft, von einem großen Publikum von 700 Menschen in der Jovel Music Hall zum Slam-Cham­pi­on gekürt zu werden. Ida selbst beschrieb ihr Erlebnis mit den Worten „Das Gefühl auf der Bühne war wie Bungee Jumping.“ Nach all diesen positiven Erfahrungen bewarb sich Ida für die Zeit nach dem Abitur erfolgreich über das Netzwerk Teilchenwelt für einen Forschungsaufenthalt am CERN, wo sie an einem eigenen Forschungsprojekt arbeiten sollte. Ida hat in den letzten Tagen am CERN untersucht, wie sich Teilchen verhalten, die in Kollisionen von Wasserstoffkernen im 27km großen Teilchenbeschleuniger LHC entstehen. Besonders hat Sie sich mit Methoden der "Künstlichen Intelligenz” und “Maschinellem Lernen” befasst und Computern beigebracht verschiedene Teilchen im ALICE-Detektor zu unterscheiden. Betreut wird Ida nun über den Standort am Institut für Kernphysik der WWU Münster und sammelt bereits jetzt Erfahrungen, von denen viele Wissenschaftler träumen. Sie wird im Anschluss Münster verlassen, um ein Physikstudium an der Technischen Universität Berlin zu beginnen. Ihre Mitschüler/innen und Lehrer/innen vom Paulinum wünschen Ida auf ihrem Weg weiterhin alles Gute und sind stets gespannt auf Neuigkeiten von ihr. 

Fotos: Ida Wöstheinrich