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„Demokratie als Feind“? Die neunten Klassen auf Exkursion in der „Villa ten Hompel“

Erstellt von A.-L. Böttcher  |     

Wie konnte es geschehen, dass die Nationalsozialisten und ihr verbrecherisches Regime in den 1930er-Jahren an die Macht kamen und sogar weitläufige Unterstützung aus der Bevölkerung erhielten, um die junge Weimarer Republik zu bekämpfen? Mit dieser Frage setzten sich im April und Mai vier neunte Klassen in dem Workshop „Demokratie als Feind“ in der Villa ten Hompel auseinander. Darüber dass seit zwei Jahren coronabedingter Pause außerschulische Exkursionen in die Villa wieder möglich sind, haben sich alle sehr gefreut.  

 

Hier schildern Schüler:innen der Klasse 9c ihre Eindrücke des Tages: 

Der Besuch in der Villa ten Hompel war sehr interessant. Sehr gut war, dass man uns zuerst den historischen Hintergrund des Hauses erklärte, da mir dieser vorher noch nicht bekannt war. Ich fand es auch sehr angenehm, dass wir in kleinen Gruppen gearbeitet haben. Der Rundgang war vor allem aufgrund der Ausstellungsstücke besonders interessant. Es gab einen hohen Regionalbezug zu Münster und es war es spannend zu sehen, wie Münster damals zur Kriegszeit ausgesehen hat.  

Das Spiel namens ,,Rote Linie", in dem es darum ging, sich zu möglichen Grenzen von Meinungsfreiheit zu verorten, hat mir auch gefallen.  

Ich fand den Ausflug sehr schön und ich hab neue Sachen dazugelernt. 

(Maira) 

Am 3. Mai hatten wir die Möglichkeit, die Villa ten Hompel zu besuchen. Als Einstieg erhielten wir einen Vortrag über die geschichtlichen Hintergründe der Villa und ihrer Bewohner zur Zeit der 20er-Jahre. Zudem beschäftigten wir uns mit einem zwei Minuten langen Film. Währenddessen sollten wir bestimmte Schlagworte auf Zettel schreiben. Diese werteten wir dann aus und ordneten sie an einer Wand. Daraufhin wurden wir in Gruppenarbeiten aufgeteilt um uns in kleineren Gruppen mit so genannten „Fällen“ zu befassen, bei denen es um Personen ging, die unter dem Nationalsozialismus gelitten haben. Danach erkundeten wir die gesamte Villa inklusive ihrer Ausstellung.  

Besonders spannend fand ich die gemeinsame Aufbereitung der verschiedenen Themenbereiche. Allgemein war dies auf jeden Fall ein schöner Tag. 

(Louis) 

Besonders eindrücklich fand ich, zu erfahren, dass die Polizei zur Zeit des Nationalsozialismus an 62% der Morde beteiligt war und in ganz NRW nach der NS-Zeit aber nur 3 Polizisten für Massenerschießungen bestraft wurden. 
Den Besuch in der Villa empfehle ich auch anderen Schülerinnen und Schülern, weil sehr eindrucksvoll gezeigt wird, welche Rolle die Polizei während der NS-Zeit hatte und was für eine Verantwortung Menschen in diesem Beruf auch heute noch haben. Außerdem werden viele Aspekte beleuchtet, die im Geschichtsunterricht nicht oder nur sehr kurz behandelt werden können. 

(Fabian) 

Während unseres Besuchs in der Villa ten Hompel am Dienstag haben wir uns mit der Geschichte des Hauses und dem Scheitern der Weimarer Republik auseinandergesetzt. Am eindrücklichsten fand ich die in der Dauerausstellung ausgestellten Original-Objekte, wie zum Beispiel einen Tresor des zur NS-zeit in der Villa ten Hompel stationierten Polizei-Bataillons. Wir haben außerdem viel über die Verbrechen der NS-Zeit gesprochen und auch miteinander über unsere persönlichen Grenzen von Meinungsfreiheit diskutiert.  

Ich würde solch einen Besuch auch anderen Schüler:innen empfehlen, da man sich noch einmal genauer mit einigen Schicksalen von Menschen aus Münster auseinandersetzt. 

(Maya) 

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