Unterrichtsfächer

Schulisches Lernen ist zumal am Gymnasium vorrangig in Fächern organisiert. Trotz macher fächerverbindender Projekte, in denen die Schülerinnen und Schüler die notwendige Verschränkung der unterschiedlichen fachlichen Methoden und Perspektiven erfahren, bleiben die einzelnen Fächer die zentralen Bezugsgrößen des Lernens. 

Mit seinem Fächerangebot deckt das Gymnasium Paulinum die Anforderungen der landesweit gültigen Stundentafeln umfassend ab. Nach der Wahl der Eingangssprache bieten die Differenzierungsbreiche ab Klasse 6 und Klasse 8 zumal im Bereich der Sprachenfolge die Möglichkeit neuer fachlicher Schwerpunktsetzungen. 

Für den Oberstufenunterricht sichern das sehr umfassende Kursangebot und die Kooperation mit der benachbarten Marienschule ein vielfältiges Fächerspektrum und differenzierte Wahlmöglichkeiten.

Unter Beteiligung der Eltern- und Schülervertreter haben die einzelnen Fachschaften interne Lehrpläne entwickelt, in denen die Abfolge der Inhalte ebenso wie die Progression der Methoden festgelegt ist. Fachspezifische Kriterienkataloge sorgen zudem für die Nachvollziehbarkeit von Beurteilungen sowohl im Bereich schriftlicher Leistungen als auch bei der Sonstigen Mitarbeit. Zum Ende jedes Quartals erhalten die Lernenden auf dieser Grundlage eine Information über den individuell erreichten Leistungsstand.

Im Interesse ihrer fächerübergreifenden methodischen und inhaltlichen Zusammenarbeit stimmen die Lehrer, die in einer Jahrgangsstufe der Erprobungs- oder Mittelstufe unterrichten, ihre Unterrichtsplanung in Stufenkonferenzen ab. So können z.B.  bestimmte Kompetenzen im Umgang mit neuen Medien in einem Fach eingeführt und dann systematisch im Unterricht anderer Fächer geübt werden. 

Foto: Frauke Schumann
 

Deutsch

Der Deutschunterricht am Paulinum entwickelt umfassend die sprachlichen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler. Er baut dabei bewusst auf den in der Grundschule erworbenen Kenntnissen und Fähigkeiten auf und bindet sie in Handlungssituationen ein.

So nehmen zu Beginn der Klasse 5 alle Schülerinnen und Schüler an einem standardisierten Rechtschreibtest (Lernserver der WWU) teil und werden auf der Grundlage ihrer individuellen Ergebnisse im Bereich der Rechtschreibfähigkeiten beraten. In Absprache mit den Eltern können sie dann an einem gezielten Rechtschreibförderprogramm teilnehmen, das ihnen den Übergang von den Erwartungen der Grundschule zu denen der weiterführenden Schule erleichtert. In Kleingruppen, die von studentischen Hilfskräften betreut werden, bearbeiten die Schülerinnen und Schüler dabei genau die individuellen Rechtschreibeprobleme an, die der Test ihnen jeweils deutlich gemacht hat.

Im Verlauf der Sekundarstufe I lernen sie unterschiedliche Schreibformen zur Entwicklung ihrer Argumentations- und Analysefähigkeiten, aber auch zur Entfaltung ihrer kreativen Anlagen kennen.

Immer wieder werden im Unterricht auch eigene literarische Texte produziert, die dann in der Schulzeitschrift veröffentlicht oder im Rahmen von Lesenächten präsentiert werden können, wie die Schülervertretung sie jährlich organisiert.

Auch praktisch eröffnet der Deutschunterrichts am Paulinum den Schülerinnen und Schülern den Zugang zur Welt der Sach- und Gebrauchstexte, der Medien und der Literatur. Dazu steht das Paulinum z.B. in enger Kooperation mit der Stadtbücherei Münster und der Buchhandlung "Schatzinsel", wo immer wieder - und das nicht nur in der Erprobungsstufe - gezielt Projekte zur Leseförderung durchgeführt werden. 

Die im Unterricht langfristig entwickelten Kompetenzen erfolgreichen Argumentierens und überzeugenden Ausdrucks werden mit der regelmäßigen Teilnahme der Jahrgangsstufen 9 und Q2 am Wettbewerb "Jugend debattiert" aufgegriffen. Auch eine Rhetorik-AG der Oberstufe stützt die Entfaltung solcher Fähigkeiten.

Die Begegnung und Auseinandersetzung mit Literatur etwa bei der Vorbereitung auf den Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels oder bei regelmäßigen Theaterbesuchen stärken schon früh das Leseinteresse und regen zur Lektüre von Literatur an. Und manchmal mobilisiert das "Schreiben vor Ort" ungeahnte eigene Ausdrucksmöglichkeiten. Für die Oberstufenschüler bieten sich im Rahmen der Münsteraner Lyrikertreffen Möglichkeiten zur unmittelbaren Begegnung mit den Schriftstellern, die sich ihnen in der Schule mit ihren Werken vorstellen.

Einen spezifischen Zugang zur Literatur finden viele Schülerinnen und Schüler auch in den Theaterprojekten der Schule, die in verschiedenen Stufen bis hin zu den Literaturkursen der Oberstufen mit ihren Inszenierungen großer dramatischer Werke angeboten werden. Zugleich werden die Klassen und Kurse engagiert auf die Angebote des Stadttheaters und freier Ensembles wie des Cactus-Theaters verwiesen, in dessen Bühnenpraxis auch immer wieder Schülerinnen und Schüler des Paulinum eingebunden sind.

Foto: Frauke Schumann

Englisch

Englisch ab Klasse 5
Englisch wird am Paulinum unabhängig von der konkreten Sprachenfolge in Anknüpfung an die in der Grundschule erworbenen Kenntnisse  in der Klasse 5 fortgeführt. 

Englisch in bilingualen Modulen oder im bilingualen Zug

Etwa sechswöchige bilinguale Module geben den Schülerinnen und Schülern ab Klasse 8 Gelegenheit, ihre Fremdsprachenkenntnisse im Unterricht wechselnder Sachfächer wie zum Beispiel Biologie, Geschichte, Musik, Philosophie, Physik, Politik, Religion oder Sport anzuwenden und zu erweitern. 
Im bilingualen Zug wird das Fach Englisch in den Klassen 5 und 6 mit zusätzlichen Stunden erteilt; in der Mittelstufe beginnt der bilinguale Sachfachunterricht in Biologie (ab 7) und Politik (ab 8). 

Internationalisierung
Das Fach Englisch ist ein wesentliches Element der schulprogrammatischen Orientierung in Richtung einer Internationalisierung. Englischsprachige Assistenten und Praktikanten aus den USA oder Großbritannien sind immer wieder für ein Jahr am Gymnasium Paulinum und stellen eine direkte Verbindung zum Ausland dar. Mittlerweile bereichern auch Lehrer mit Englisch als Muttersprache das Kollegium.

Internationale Debatten
Einmal im Jahr nehmen einige Schülerinnen und Schüler der Oberstufe nach gezielter schulinterner Vorbereitung, zum Beispiel im Rahmen eines Projektkurses, an verschiedenen politischen Jugenddebatten im europäischen Ausland teil. Hier wird die Arbeit hochrangiger internationaler Gremien nachgeahmt und die Schüler und Schülerinnen werden in die Funktionsweise formalisierter Diskussionen in englischer Sprache eingeführt.
 

  1. Model European Parliament (MEP)
    jährlich in Kerkrade (Niederlande/ AFNORTH International School)
  2. Bath Schools' Model United Nations (BSMUN)
    jährlich veranstaltet von der Kingswood School in Bath (England)
  3. George Watson's College Model United Nations
    jährlich ausgerichtet in Edinburgh (Schottland)


Austauschprogramme
Jedes Jahr führen wir mit unseren Partnerschulen Austauschprogramme durch. Ab der achten Klasse fahren ausgewählte Schülerinnen und Schüler für eine bis zwölf Wochen ins Ausland und entsprechend lange sind ihre jeweiligen Partner in Münster. Die Programme bieten den Schülerinnen und Schülern die besondere Chance, unmittelbar in die Kultur der Gastländer einzutauchen und ihre sprachlichen und landeskundlichen Kenntnisse und Fertigkeiten vor Ort anzuwenden und zu vertiefen. Gleichzeitig agieren sie als Repräsentanten ihrer Schule und ihres Landes und übernehmen so eine verantwortungsvolle Mittlerrolle.

  • Australien
    Knox Grammar School (Sydney)
    Pymble Ladies' College (Sydney)
  • Dänemark
    Hörsholm Skole (nahe Kopenhagen)
  • England
    Nottingham High School (Nottingham) 
    Royal High School (Bath)
  • USA
    The Alabama School of Math and Science (ASMS)

IB-Programm
Im Rahmen des IB-Programms pflegen wir zudem Kontakte zur Royal High School in Bath, mit der wir jährlich in einem Kurzbesuch Erfahrungen austauschen und unseren Schülern Einblicke in die Alltagswirklichkeit einer Englischen Privatschule bieten. Um die internationale Dimension des IB-Abschlusses zu unterstreichen, fahren wir mit unseren IB-Schülern in der Qualifikationsphase 1 für einige Tage nach London und eröffnen ihnen die Möglichkeit, diese Metropole zu erkunden.

International anerkannte Abschlüsse

Seit 2005 bietet das Paulinum Schülern der Oberstufe die Möglichkeit, das "Cambridge Certificate of Advanced English", kurz CAE, zu erwerben, ein international anerkanntes Sprachzertifikat, dem TOEFL-Test vergleichbar, das von vielen englischsprachigen Universitäten als Eingangstest verlangt wird. Die Schüler werden in einem gesonderten Vorbereitungskurs mit dem Prüfungsformat vertraut gemacht, und können sowohl den schriftlichen als auch den mündlichen Teil der Prüfungen direkt am Paulinum, das hierfür anerkannte Prüfungsschule ist, ablegen.

Begabungsförderung

Englisch ist integrativer Bestandteil des schuleigenen Programms zur Begabungsförderung. Das Vorziehen des Lernens der zweiten beziehungsweise dritten Fremdsprache wird durch entsprechende Binnendifferenzierung im Englischunterricht vorbereitet und begleitet. Schülerinnen und Schüler werden zur Teilnahme an Wettbewerben angeregt und in der Vorbereitung unterstützt. Besonders geeignete Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II bieten Schülern der Sekundarstufe I zudem Nachhilfe in Englisch an (Schüler helfen Schülern).

Kultur
Englischsprachige Theater- Film- oder Literaturproduktionen sind Teil der Arbeit. Sie erwachsen entweder aus dem Unterricht oder sind eigenständige stufenübergreifende Projekte.

 

Französisch

«Bonjour! Parlez-vous français?» - «Oui, bien sûr!»

Wer diesen einfachen Dialog schon ohne Mühe verstanden hat, dem darf man auf jeden Fall schon gratulieren. Wer aber noch rätselt und jetzt vielleicht neugierig geworden ist auf die Sprache unseres großen Nachbarn, der ist herzlich willkommen im Französischunterricht des Gymnasium Paulinum. 

Französisch kennt eigentlich fast jeder: der eine aus dem Urlaub, der andere aus französischen Liedern oder Filmen, wieder andere sind durch Eltern oder Geschwister mit der Sprache in Berührung gekommen. Abgesehen von dem Wunsch, sich in Paris in der Landessprache einen Café au lait bestellen zu können, gibt es viele Gründe, warum Französisch sehr interessant sein könnte.

Gute Gründe für Französisch

Es wird immer mehr zu einer Schlüsselqualifikation, neben Englisch eine zweite oder dritte Fremdsprache zu beherrschen. Das Lernen von Französisch - nach Deutsch die am meisten gesprochene Muttersprache in Europa und neben Englisch weltweit die zweite globale Verkehrssprache - zahlt sich hier aus.

Deutschland und Frankreich sind der Motor im zusammenwachsenden Europa, sie sind heute füreinander die wichtigsten politischen und wirtschaftlichen Partner, die Europa als Ganzes voranbringen. Fast täglich kann man dies auch in den Nachrichten verfolgen. Nur wer mehrere Sprachen spricht und sich so Kultur und Denkweise unserer Partnerländer erschließt, kann die sprachliche und kulturelle Vielfalt Europas auch nutzen.

Deutschland und Frankreich sind ein eng verbundener Wirtschaftsraum. Der deutsch-französische Arbeitsmarkt ist der größte in Europa; viele Unternehmen, nicht nur Airbus, Siemens oder Bosch, sind in beiden Ländern aktiv. Auf diesem Arbeitsmarkt hat man mit Französisch mehr Chancen, es gibt eine Vielzahl von Berufs- und Karrieremöglichkeiten. Französisch in der Schule lohnt sich: Deutsche und französische Universitäten bieten zunehmend integrierte Studiengänge an. Die Studierenden haben die Möglichkeit, in beiden Ländern zu studieren und gleichzeitig einen deutschen und französischen Abschluss zu erlangen (www.dfh-ufa.org).

Französisch dient aber nicht nur als Karrierebaustein: Es ist Sprache unserer direkten Nachbarländer (neben Frankreich sind dies Belgien, die Schweiz und Luxemburg), deren Kultur sich nur über Sprachkenntnisse erschließen lässt. Französisch ist außerdem ein guter Ausgangspunkt für das Erlernen anderer romanischer Sprachen wie z.B. Spanisch oder Italienisch.

Französisch zu lernen ist leichter als gedacht. Die lebende Fremdsprache kommt der kindlichen Begabung zum aktiven Spracherwerb entgegen. Der Lernaufwand der Anfangsphase wird dabei schnell belohnt durch methodische und grammatische Sicherheit: Mit Hilfe eines stetig wachsenden Wortschatzes und der Einübung typischer Gesprächssituationen ist man schnell in der Lage, sich in der Fremdsprache passend auszudrücken und verschiedene Kommunikationsebenen zu meistern.

Sprachbeginn 

Französisch wird als 2. Fremdsprache ab Klasse 6 und als 3. Fremdsprache ab Klasse 8 angeboten. In der Oberstufe können in Grundkursen die Sprachkenntnisse vertieft und mit Französisch wesentliche Abiturbedingungen abgedeckt werden. In der Regel kommt am Paulinum auch ein Leistungskurs Französisch zustande, der durch intensive und fruchtbare Arbeit in meist kleinen Lerngruppen für interessierte, sprachbegabte Schüler(innen) sehr interessant sein kann.

Schüleraustausch 

Im Rahmen unserer Schulpartnerschaften mit dem Collège Debussy in Angers (Loire) und dem Lycée Charlemagne (Paris) bieten wir unseren Schülerinnen und Schülern regelmäßig die Möglichkeit, an einem Austausch mit einer französischen Klasse teilzunehmen, die eigenen Französischkenntnisse vor Ort anzuwenden, die Kultur Frankreichs zu entdecken und französisches "savoir vivre" kennenzulernen. Das Angebot richtet sich an Schülergruppen der Jahrgangsstufen 8-11. Zudem gibt es zahlreiche Angebote des Deutsch-Französischen Jugendwerkes, die es ermöglichen, Land und Leute "im Original" zu erfahren. Hier kann als Beispiel das Brigitte-Sauzay-Programm genannt werden, das einen mehrmonatigen Aufenthalt ermöglicht.

International anerkannte Abschlüsse 

Am Paulinum findet seit einigen Schuljahren im Rahmen einer DELF-AG eine Vorbereitung auf die DELF-Prüfungen statt. DELF-Zertifikate sind staatliche Sprachdiplome, die vom französischen Erziehungsministerium vergeben werden. Das DELF-Zertifikat ist weltweit anerkannt und sichert - mehr als die Schulnote - einen international gültigen Standard (www.if-duesseldorf.org).

Spanisch

Das Fach Spanisch erfreut sich großer Beliebtheit unter den Schülern des Gymnasium Paulinum und kann auch ab der Klasse 6 gewählt werden.

Mit mehr als 400 Mio. hispanohablantes in 26 Staaten zählt Spanisch neben Chinesisch und Englisch zu den am weitesten verbreiteten Sprachen. Als UNO-Sprache und offizielle Sprache zahlreicher internationaler Organisationen kommt dem Spanischen darüber hinaus eine große politische und wirtschaftliche Bedeutung zu.

Mit dem Erlernen dieser Weltsprache werden Schüler/innen befähigt, sich in einer mehrsprachigen Lebenswelt interkulturell zu behaupten. Sie erhalten Zugang zur gesamten spanischsprachigen Welt, zu dortigen aktuellen, politischen, historischen Problemstellungen, vielfältigen Traditionen und bedeutenden literarischen Zeugnissen.

Spanisch in der Erprobungs- und Mittelstufe

Am Paulinum ist es sowohl in der Klasse 6, als auch in der Klasse 8 möglich, mit dem Spanischunterricht zu beginnen. Der Unterricht findet vierstündig statt und bietet den Lernenden die Möglichkeit eines intensiven und altersgerechten Spracherwerbs.

Hauptanliegen des Spanischunterrichts in der Sekundarstufe I ist zunächst die Vermittlung kommunikativer Kompetenzen zur Bewältigung authentischer Alltagssituationen. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich im In-und Ausland mit spanischsprachigen Menschen verständigen können, über die Sprache Einblicke in die Lebensverhältnisse spanischsprachiger Länder gewinnen und sich mit ihnen auseinandersetzen. Daneben soll das Interesse der Schülerinnen und Schüler für fremde Kulturen und andere Lebensweisen geweckt werden.

Die kommunikative Kompetenz im Hören, Sprechen, Lesen und Schreiben wird durch möglichst authentische Kommunikationsaufgaben erreicht, mit denen sich die Lernenden identifizieren können, die aber auch dazu auffordern, das eigene Umfeld mit dem Jugendlicher anderer Länder zu vergleichen. 

Spanisch ab Klasse 6: Arbeit mit dem Lehrbuch „Apúntate“, 3 Arbeiten pro Halbjahr

Spanisch ab Klasse 8: Arbeit mit dem Lehrbuch „Rutas para ti“, 2 Arbeiten pro Halbjahr

Spanisch in der Oberstufe ...

... als fortgeführte Fremdsprache

In fortgeführten Spanischkursen haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, zwischen Grund- und Leistungskurs zu wählen. Der drei- bzw. fünfstündige Unterricht  orientiert sich thematisch an den Vorgaben für das Zentralabitur und bietet dabei eine Vielfalt an authentischen Materialien (z.B. Zeitungsartikel, Kurzgeschichten, Gedichte, Lieder, Filme). Im LK wird unterstützend zudem das Lehrwerk „Rutas“ eingesetzt.

Arbeit mit Dossiers sowie dem Lehrwerk „Rutas“, 2 Klausuren pro Halbjahr

... als neueinsetzende Fremdsprache

In der Einführungsphase kann Spanisch zusätzlich als neu einsetzender Grundkurs (vierstündig) gewählt werden, wobei die bisherigen Sprachkenntnisse der Schülerinnen und Schüler sowie ihre Kenntnisse über Lern- und Arbeitstechniken einen recht zügigen Spracherwerb ermöglichen. Insbesondere im Bereich des Wortschatzes wird viel Eigenarbeit und Transfer aus den anderen Fremdsprachen erwartet. Dem selbstständigen Lernen kommt im Spanischunterricht, z.B. durch die Bewusstmachung und das Training von Lerntechniken und Lernstrategien, eine große Bedeutung zu.

Im Mittelpunkt stehen zunächst kommunikative Alltagssituationen (z.B. Einkaufen, Restaurantbesuch, Wegbeschreibungen) sowie das Äußern der eigenen Meinung. Daneben wird aber von Beginn an auch lehrbuchunabhängiges, vorzugsweise authentisches Material (z.B. Lieder, Werbung, Prospekte, Zeitungsartikel, Internetrecherche) eingesetzt.

Spanisch in der EF: Arbeit mit dem Lehrwerk „A_tope.com“ sowie authentischen Materialien, 2 Klausuren pro Halbjahr, darüber hinaus Überprüfung des Wortschatzes und sprachlicher Strukturen in schriftlichen Übungen

Kontakte mit spanischsprachigen Ländern in Europa und Lateinamerika

Der Austausch mit unserer Partnerschule in Sevilla bietet den Schülerinnen und Schülern beider Schulen vielfältige Anregungen zur Anwendung und Erweiterung ihrer Fremdsprachenkompetenz. Zugleich entstehen persönliche Beziehungen, die dank der günstigen Flugverbindung auch außerhalb der schulisch organisierten Kontakte wahrgenommen werden können.

Zudem vermittelt die Pestalozzi-Schule in Buenos Aires regelmäßig Anfragen von interessierten argentinischen Schülern und Schülerinnen, die gern einen längeren Zeitraum in Münster verbringen wollen und auch gern bereit sind, im Gegenzug den deutschen Schüler, bzw. die Schülerin aufzunehmen und mit ihrer argentinischen Heimat vertraut zu machen.

International anerkannte Abschlüsse 

In einem gesonderten Kurs wird die Möglichkeit geboten, sich auf den Erwerb des international anerkannten Sprachendiploms DELE vorzubereiten. 

Die hierzu erforderlichen Prüfungen können an zwei Terminen im Jahr am Sprachenzentrum der Universität Münster abgelegt werden.

Ausführliche Informationen hierzu finden sich unter 

spzwww.uni-muenster.de/abschluesse/cervantes.php

Latein

Latein ist die Sprache Roms. Sie hat aber über das Ende des römischen Reiches hinaus bis in die Neuzeit hinein als die bedeutendste Sprache im gesamten westlich orientierten Kulturkreis weitergelebt. Durch die Missionstätigkeit der Kirche und durch die damit verbundenen Verknüpfungen, die über Europa hinausreichen und auch den Horizont der kirchlichen Kontakte weit überschritten haben, ist die lateinische Sprache bis heute weltweit bekannt.   

In der Literatur des gesamten europäisch bestimmten Sprachraumes, der bildenden Kunst einschließlich der Architektur und der Inschriften, im Bereich religiöser Dienste, besonders aber auch in den Wissenschaften ist die Wirksamkeit des Latein heute noch fassbar. Latein ist lebendig auch in vielfältigen Ausformungen von Fremdwörtern und in der Fachterminologie der Wissenschaften (etwa in der Rechtswissenschaft, der Medizin und den Naturwissenschaften, der Philosophie und Theologie). Die Kenntnis des Lateinischen bietet daher den Schlüssel zum Verständnis vieler Bereiche unserer Gegenwart.

Traditionsreiches Schulfach - Moderner Weg zum Sprachenlernen 

Dass Latein als Sprache in einer so alten Schule wie dem Paulinum immer eine zentrale Rolle gespielt hat, ist angesichts der beschriebenen Tradition nicht verwunderlich.

Kenntnisse im Lateinischen und die Fähigkeit, lateinische Originaltexte mit den entsprechenden Hilfen in die Muttersprache übertragen zu können, sind auch in der Gegenwart noch immer bedeutsam. Das Lateinische hat eine Basisfunktion  für die europäischen Sprachen. Eine grundlegende Einführung in Sprachreflexion ist gerade im Lateinunterricht unverzichtbar und kann hier aufgrund der historischen Distanz besonders sinnvoll geleistet werden.

Charakteristisch für die Beschäftigung mit dem Lateinischen ist, dass 

  • es bei ihr nicht um den schnellen, mühelosen Erfolg geht,
  • sie das Durchhaltevermögen und die Beharrlichkeit schult,
  • sie das genaue Hinsehen fordert,
  • sie das Ausprobieren und die Suche nach dem besten Ergebnis übt.

Latein am Paulinum

Latein kann in der Klasse 6 als zweite Fremdsprache gewählt werden. Nach dem Erreichen des Latinums ist die Möglichkeit der Wahl eines Lateinkurses in der Oberstufe gegeben. Für Schülerinnen und Schüler, die ab dem Schuljahr 2015/2016 in die Klasse 5 eingeschult werden, wird Latein bei entsprechender Nachfrage auch neu einsetzend in der Oberstufe angeboten.

Latein ab Klasse 6

Das Latinum wird nach Klasse 10 im Rahmen mindestens ausreichender Leistungen (Zeugnis) erworben.

Wir sehen darin ein sehr gutes Angebot für Schülerinnen und Schüler, die        sprachliches Talent und Interesse zeigen und  Interesse am anschließenden Lernen romanischer Sprachen (z.B. Französisch, Spanisch, Italienisch) haben.

• Klasse 6 bis 8: Arbeit mit dem Lehrbuch "Salvete" 
• Klasse 9 bis 10: Arbeit mit Originaltexten lateinischer Autoren 

Foto: Frauke Schumann

Mathematik

Der Mathematikunterricht am Gymnasium Paulinum ist lebendig, vielseitig und lebensnah, denn Mathematik ist eine dynamische Disziplin, die in unserer zunehmend technisierten Lebenswelt ständig bedeutender wird. Wir wollen deshalb unsere Schülerinnen und Schüler befähigen, sich in ihrem Alltag zurechtzufinden und für die zukünftige Berufswelt gut zu positionieren. Wo es möglich und sinnvoll ist, beziehen wir uns auf Kontexte aus der Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler, die so weit wie möglich selbstständig erarbeitet werden. Die Kinder können dadurch erkennen, dass Mathematik für sie im Alltag relevant ist und bei der Bewältigung von Problemen helfen kann. 

Zu Beginn der fünften Klasse liegt der Schwerpunkt auf einer Wiederholung bekannter Stoffinhalte, um eine einheitliche mathematische Sprache und Bezeichnungsweise zu gewährleisten. Zur individuellen Förderung führen wir dabei eine kompetenzorientierte Diagnose durch und erhalten so ein detailliertes Diagnoseprofil für die Klasse und für jede Schülerin und jeden Schüler. Erweiterungen und auch neue Sichtweisen, Aufgaben in Sachkontexten, erste Schritte zur Gruppenarbeit und zum selbständigen Lernen bieten bis zur 7. Klasse Abwechselung und geben Anregungen der unterschiedlichsten Art. Besondere Begabungen und Probleme werden diagnostiziert, so dass die Kinder gezielt gefördert werden können. In der Mittel- und Oberstufe geschieht der Wissensaufbau zunehmend systematischer, wobei Methoden des selbstständigen Lernens und Arbeitens immer bedeutender werden. So tragen die Schülerinnen und Schüler selbst stückweise immer mehr zum individuellen Lernerfolg und auch dem Lernerfolg der Gruppe bei.

Zur Unterstützung des Lernens setzen wir, wo es sinnvoll ist, auch elektronische Medien ein. Bereits in der sechsten Klasse bearbeiten die Kinder spielerisch forschend geometrische Probleme am PC. Später werden Computeralgebrasysteme, Präsentationsprogramme und Tabellenkalkulationen eingesetzt. Dabei profitieren wir von der hervorragenden Ausstattung unserer Schule mit zwei modernen Computerpools (Windows und Mac OS X). In der Oberstufe benutzen wir neben einem Taschenrechner mit Grafikfähigkeit auch ein Computer-Algebra-System (CAS). 

Besonders begabten Schülerinnen und Schülern geben wir die Möglichkeit der Akzeleration, d.h. sie können eine oder sogar zwei Jahrgangsstufen des Mathematikunterrichts überspringen und in der Oberstufe bereits ein Mathematikstudium aufnehmen. Eine verstärkte Binnendifferenzierung wendet sich gleichermaßen an sehr gute Schüler wie auch an Schüler, die mehr Zeit und Zuwendung zur Sicherung des Lernerfolges benötigen. In Mathematikwettbewerben konnten Schülerinnen und Schüler des Paulinum in den letzten Jahren regelmäßig überregionale Preise gewinnen. Unter anderem in den folgenden Wettbewerben: 

Biologie

Wie warm hält ein dickes Fell im Gegensatz zu einem dünnen? In welche Richtungen wachsen Sprosse und Wurzeln, wenn ich einen Blumentopf auf die Seite lege? Wie sieht es aus, wenn Zellen sich teilen?

Im Biologieunterricht werden nicht nur viele Fragen gestellt, sondern möglichst viele auch mithilfe eigener Beobachtungen, Untersuchungen und Experimente beantwortet. Dabei gilt es, an bereits vorhandene Kenntnisse anzuknüpfen und sie ggfs. kritisch zu hinterfragen. Mit einem breiten Methodenrepertoire finden die Schülerinnen und Schüler eigenständig Antworten auf weiterführende Fragestellungen: Beobachten, Beschreiben, Zeichnen, Mikroskopieren, Vergleichen, Auswerten, Kategorisieren, Protokollieren und Präsentieren fördern selbstständiges Arbeiten und leisten bereits wichtige Beiträge zu einer wissenschaftspropädeutischen Grundbildung. Die Arbeit mit einem Partner oder in einer Gruppe ermöglicht soziales Lernen und Ausbildung von Teamfähigkeit.

Dieser zeitgemäße Biologieunterricht wird am Paulinum multimedial unterstützt: Simulationen und interaktive Lernprogramme, Filmanalysen, Internetrecherchen unter Anleitung sowie das Erlernen der Nutzung von Präsentationsprogrammen ergänzen den Biologieunterricht als Teil des Medienkonzeptes der Schule.

Biologieunterricht findet aber nicht nur in der Schule statt: für Freilanduntersuchungen stehen uns der Naturgarten (mit Teichanlage) der Schule, die Parkanlagen im Umfeld der Schule, der Botanische Garten sowie der Schulwald zur Verfügung. Im Rahmen von Tagesausflügen werden gern die verschiedenen Angebote der Zooschule des Allwetterzoos Münster sowie des LWL-Naturkundemuseums in Anspruch genommen. Die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II nehmen regelmäßig an speziellen Vorlesungen, Führungen und Praktika der Westfälischen-Wilhelms-Universität Münster teil.

Vielfältig wie die Methoden und Arbeitsformen sind auch die Inhalte des Faches Biologie. Schon zum Schulstart am Paulinum thematisieren wir das, was jedes Kinderherz höher schlagen lässt: Vierbeiner! Über die Vorstellung der Haustiere ergeben sich erste Zugänge zur Systematik der Tiere. Neben der Vorstellung aller Wirbeltierklassen liegt ein besonderer Akzent auf den Nutztieren und dem Artenschutz.

Anschließend werden mit dem Bau und der Funktion des Skelettes, des Kreislauf- und Verdauungssystems wichtige Kompetenzen im Rahmen der Gesundheitserziehung vermittelt, die einen Schwerpunkt des Biologieunterrichtes darstellt. Diese wird ergänzt durch Suchtprophylaxe (Gefahren des Rauchens) und ausführliche Behandlung des Themas „gesunde Ernährung“. Abgerundet wird das Schuljahr durch das Thema „Samenpflanzen“.

In der 6. Klasse werden die humanbiologischen Kenntnisse im Rahmen der Sexualerziehung ergänzt. Hier gewährleistet ein Projekttag, bei dem Mädchen und Jungen getrennt unterrichtet werden, dass neben den zuvor vermittelten anatomischen Kenntnissen auch die Vorstellungen und ggfs. Ängste im Zusammenhang mit körperlichen Veränderungen und „neuen“ Gefühlen in einer vertrauensvollen Atmosphäre besprochen werden können. „Tiere und Pflanzen im Jahreslauf“ und „Sinnesorgane“ sind weitere Themenfelder dieses Schuljahres.       

In Klasse 7 werden ökologische Zusammenhänge des Lebens auf der Erde sowie die Entstehung der Artenvielfalt im Verlauf der Evolution thematisiert. Humanbiologische Themen sind die Funktionsweise des Nervensystems und des Immunsystems.

In Klasse 9 werden ausschließlich humanbiologische Themen behandelt: Hormone und Blutzuckerregulation, Bau und Funktion der Niere, Grundlagen der Vererbung und Individualentwicklung des Menschen. Im Rahmen der Gesundheitserziehung liegen zwei Schwerpunkte bei der gesunden Ernährung und der Suchtprophylaxe. Kenntnisse zu Schwangerschaft und Empfängnisverhütung ergänzen die Sexualerziehung. 

Inhaltliche Schwerpunkte des Oberstufenunterrichts sind dann Zellbiologie und Stoffwechselphysiologie, Neurobiologie und Genetik, Ökologie und Evolution. Naturwissenschaftlich besonders interessierte Schülerinnen und Schüler können jetzt auch an einem Projektkurs Biologie teilnehmen, in dem sie selbst entwickelte Fragestellungen unter Beratung durch eine Lehrkraft eigenständig bearbeiten. Das Schülerlabor des Paulinum ermöglicht dabei auch selbstständige Experimente.

Physik

Ein lauter Knall, Metallkügelchen fliegen hell leuchtend wie ein Feuerwerk durch die Luft - wenn im Physikunterricht der Klasse 6 ein Lamettafaden zur Explosion gebracht wird, sorgt dies regelmäßig für große Begeisterung. Der Hintergrund ist dabei durchaus ernst, schließlich geht es um die Wärmewirkung des elektrischen Stromes, die auch Ursache von Kabelbränden sein kann.

Grundlage unseres Physikunterrichts ist das Bemühen, unsere Schülerinnen und Schüler zum Staunen über physikalische Effekte zu bringen. Diese Begeisterung nutzen wir, um die Schüler über selbst geplante und selbst durchgeführte Schülerexperimente zu einem tieferen Verständnis von Naturvorgängen zu begleiten. Dies gelingt unseren engagiertenLehrerinnen und Lehrer auch wegen der besonders guten Ausstattung der Sammlung. Unsere neuen Physikräume haben Modellcharakter und bieten beste Lernbedingungen.

Das Fach Physik wird am Gymnasium Paulinum ab der 6. Klasse durchgehend unterrichtet. In der 6. Klasse werden die Schülerinnen und Schüler behutsam an Vorgänge herangeführt. Wie entsteht eigentlich eine Mondfinsternis? Und wie funktioniert ein Elektromagnet? Was ist Wärme?

Ab der 7. Klasse werden die Experimente zunehmend quantitativ auch mit Verwendung elektronischer Medien analysiert. Ebenso nimmt die Selbstständigkeit der Schülerinnen und Schüler immer weiter zu. Referate und Projekte verpflichten die Kinder zu einer tieferen Beschäftigung mit den Lerngegenständen, die wo möglich überfachlich angelegt sind. Anhand des Auges wird zum Beispiel die Abbildungsgleichung erarbeitet. Damit erkunden die Schülerinnen und Schüler dann die Größe des blinden Flecks in ihrem eigenen Auge oder die Anzahl der Sehzellen pro Quadratmillimeter Netzhaut.

Physik gehört in den Klassen 7 bis 9 zu den Fächern, die bilingual unterrichtet werden. Je nach eingesetztem Lehrer wird pro Halbjahr ein Modul von 4 bis 8 Wochen auf Englisch unterrichtet.

Schülerinnen und Schüler mit besonderem naturwissenschaftlichem Interesse können in der 8. Klasse Differenzierungskurse belegen. Zusätzlich können begabte und interessierte Schülerinnen und Schüler ab der 5. Klasse Förderungsmöglichkeiten in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaften wahrnehmen.

In den Kursen der Oberstufe werden die Schülerinnen und Schüler auf das Zentralabitur vorbereitet. Seit Jahren kommt stets ein Leistungskurs Physik zustande. Kooperationen mit der Universität Münster und Exkursionen zu Forschungseinrichtungen bereichern den Unterricht und bieten einen ersten Einblick in die Berufswelt der Physiker.

Chemie

Die moderne Chemie begann damit, dass Antoine Lavoisier der Natur durch gezielte Experimente auf die Spur zu kommen suchte. So sind auch an unserer Schule Experimente das Herzstück des Chemieunterrichts. Seit 2010 die neuen, hochmodernen Chemieräume fertig gestellt wurden, wird noch engagierter im Doppelstundentakt gerührt, erhitzt, gemessen und analysiert. Durch die sorgfältige Auswertung der Experimente erlangen die Schüler die fachtypischen Sichtweisen, entwickeln die Fachsprache und erarbeiten sich grundlegende Modellvorstellungen und Theorien der Welt der Stoffe.

„Schwarze Filzstiftfarbe ist gar nicht einfach nur schwarz“, finden bei uns Schüler und Schülerinnen der Jahrgangsstufe 7 zu Beginn ihres Chemieunterrichts heraus und lassen die tollsten Chromatographie-Bilder entstehen. Und wenig später können sie Kupfer genauso herstellen, wie es für das Beil von dem Gletschermann „Ötzi“ die Steinzeitmenschen gemacht haben - mit dem Unterschied, dass die Schüler die Metallgewinnung auch fachmännisch als „Redoxreaktion“ erklären können. Nebenbei ist dann auch mal Zeit, nur so aus Spaß „Elefantenzahnpasta“ herzustellen.

In Jahrgangsstufe 8 kommen die Schüler z.B. durch Wasserzersetzung und Knallgasexplosionen den Grundgesetzen und der Formelsprache der Chemie näher. Versilbern und Verkupfern gehört zu den weiteren Highlights dieses Mittelstufenjahrgangs. Damit sind erste Kenntnisse über Atombau und Bindung angelegt. 

Mit wachsendem chemischen Sachverstand lernen die Schüler bis zur neunten Klasse viele Phänomene aus dem Kontext der Chemie aus ganz neuer Perspektive zu betrachten. Wie konzentriert ist der Essig, den wir zuhause für die Salatsauce benutzen? Was steckt alles in Erdöl und was kann man daraus machen? Die verschiedenen Stoffklassen und Reaktionstypen werden lebendig und schülerorientiert vermittelt. 

Chemie gehört in den Jahrgangsstufen 7 – 9 am Paulinum auch zum Fächerkanon bilingual unterrichteter Sachfächer. Jeweils  für einige Wochen pro Schulhalbjahr wird ein Modul bilingual unterrichtet, das heißt je nach eingesetzter Lehrkraft bearbeiten die Schüler mancher Klassen in diesem begrenzten Zeitraum chemische Themen so weit wie möglich in englischer Sprache. 

Der Oberstufenunterricht greift manche Themen der Mittelstufe mit entsprechender fachlicher Vertiefung wieder auf. Das Indikatorpapier etwa wird von computergestützter pH-Wert-Erfassung abgelöst und die Knallgasreaktion wird benutzt, um unser durch eine Brennstoffzelle angetriebenes Modellauto vom Chemieraum bis zum Lehrerzimmer fahren zu lassen. Der Chemieunterricht am Paulinum zeigt sich modern und praxisnah, was auch zur Erstellung von Facharbeiten einlädt.

Klein aber fein sind die Chemiekurse, die im Rahmen des International Baccalaureate in den beiden letzten Oberstufenjahrgängen durchgeführt werden. Verzahnt mit dem Unterricht der Grundkurse, aber zusätzlich mit eigenem Curriculum, wird hier sehr intensiv gearbeitet. Die Schüler üben sich auch in 'experimental design' und erstellen umfangreiche 'lab reports'.

Viele Schüler haben den Wunsch, sich auch außerhalb des Unterrichts mit Chemie zu beschäftigen. Der Fachbereich bietet hierzu verschiedene Angebote in, aber auch neben den Jahrgangsstufen übergreifenden Chemie-AGs an, so dass eigenständiges Arbeiten unter Betreuung möglich ist, und in vertiefenden fachlichen Diskussionen weiterführendes Wissen erworben werden kann. Das Schülerlabor steht für diese projektorientierte und auch auf Teilnahme an Wettbewerben ausgerichtete Arbeit zur Verfügung.

Naturwissenschaften

Als Alternative zum Erlernen einer dritten Fremdsprache bietet die Schule im Wahlpflichtbereich II einen integrierten Kurs Naturwissenschaften an. Er gliedert sich in zwei Teile: In der Jahrgangsstufe 8 werden die Schüler im Bereich Biologie/Chemie unterrichtet, die Jahrgangsstufe 9 arbeitet auf dem Gebiet Physik/Technik.

Gemeinsam ist beiden Kursmodulen, dass in verschiedenen Bereichen theoretische Inhalte vorwiegend experimentell erarbeitet werden. Die Schülerinnen und Schüler lernen dabei grundlegende Labortechniken kennen und wenden sie an. Fachübergreifende Aspekte und ingenieurtechnische Anwendungsmöglichkeiten erhalten einen angemessenen Raum.

Die Absolventen dieser Kurse bringen für die naturwissenschaftlichen Oberstufenkurse einen besonders guten experimentaltechnischen Hintergrund mit, der ihnen das Verständnis komplexer Versuchsdesigns und die Interpretation daraus gewonnener Resultate erleichtert. Voraussetzung für die Belegung solcher Oberstufenkurse sind sie jedoch nicht.


Erdkunde

Das Fach Erdkunde will den Schülerinnen und Schülern helfen ihre nahe und ferne räumliche Umwelt in deren Strukturen und Veränderungsprozessen zu verstehen um an der Entwicklung und Erhaltung dieser räumlichen Umwelt im Rahmen ihrer Möglichkeiten mitarbeiten zu können.

Hierzu wird Wert darauf gelegt, dass die Schülerinnen und Schüler

  • die räumlichen Gegebenheiten und Veränderungen einschließlich der natürlichen Grundlagen und der historischen, sozialen, kulturellen und politischen Voraussetzungen adäquat verstehen.
  • in die Lage versetzt werden, auch aktuelle, räumlich relevante Geschehnisse in ihren Zusammenhängen zu durchschauen, nach Möglichkeit ohne dabei Gefahr zu laufen, einseitige oder ideologisch verfälschte Mediendarstellungen unkritisch zu übernehmen.
  • in ihrer Kompetenz gefördert werden, an Planungsprozessen, die für den eigenen Lebensraum im engeren und im weiteren Sinne wichtig sind, sachgerecht teilnehmen zu können.
  • in allen relevanten methodischen Arbeitsweisen so geschult werden, dass sie diese (auch in anderen Fächern) nach und nach sicher beherrschen.
  • sich durch ein hinreichendes topographisches Grundlagenwissen in ihrem Heimat- und Lebensraum, aber auch insgesamt auf der Erde orientieren können.
  • die Bedeutung eines schonenden, verantwortungsbewussten und nachhaltigen Umgangs mit den Umweltgütern und der Schöpfung insgesamt begreifen.
  • in die Lage versetzt werden, durch das Verstehen der eigenen und auch anderer, fremder Kulturen eventuellen fremdenfeindlichen Tendenzen widerstehen und sich für die Achtung kultureller Werte einsetzen zu können.

Die Fachkonferenz Erdkunde des Gymnasium Paulinum versucht, diesen Zielen durch einen entsprechenden schulinternen Lehrplan bestmöglich zu dienen. Dies gilt sowohl für die Unter- und Mittelstufe als auch für die Sekundarstufe II. Durch die Auswahl der behandelten Raumbeispiele, durch ständiges Bemühen um aktuelle Bezüge, um eine Optimierung der Zuordnung inhaltlicher und methodischer Arbeitsschritte sowie durch sinnvolle fächerübergreifende bzw. fächerverbindende Unterrichtseinheiten soll in beiden Sekundarstufen versucht werden, die jeweiligen Lehrplanvorgaben schülerorientiert, realitätsnah und wissenschaftspropädeutisch sinnvoll umzusetzen. 

Sozialwissenschaften - Politik - Wirtschaft

Im Politikunterricht erarbeiten die Schülerinnen und Schüler grundlegendes Orientierungswissen als Basis ihrer politischen, sozialen und wirtschaftlichen Mündigkeit in einer zunehmend komplexen, globalisierten und von wirtschaftlichen Einflüssen geprägten Welt. Ziel des Unterrichts ist die Entwicklung einer individuellen Handlungskompetenz, die zur eigenständigen und reflektierten Teilhabe in die Wertvorstellungen einer demokratischen und weltoffenen Gesellschaft eingebettet ist.

Bereits in der fünften Klasse werden Probleme des gesellschaftlichen (Zusammen-)Lebens thematisiert. Geschieht dies hier noch auf einer sehr konkreten, beispielhaften Ebene, so nimmt mit fortschreitender Jahrgangsstufe die Komplexität und Abstraktion zu. Politik und auch Sowi-Stunden können geprägt sein von kontroversen Auseinandersetzungen, gibt es doch zu den verschiedenen Themen nicht nur eine Meinung. Wichtig sind die Argumente, die zur Untermauerung der Meinung angeführt werden.

Zum Selbstverständnis des Fachs Sozialwissenschaften - Politik - Wirtschaft  zählen am Gymnasium Paulinum die Beachtung des Aktualitätsgebots und der Verpflichtung zur politischen Neutralität. Neben der Vermittlung von Kenntnissen versetzt die methodische Schulung die Schülerinnen und Schüler in die Lage, auch in schwierigen und komplexen Lern- und Lebenssituationen zu eigenen fundierten und selbstständig getroffenen Entscheidungen und Beurteilungen zu gelangen. 

Politikunterricht im Klassenverband findet in den Jahrgangsstufen 5, 7 und 9 statt. Das Fach Sozialwissenschaften kann in der Sekundarstufe II als Grund- oder Leistungskurs angewählt werden. Im Differenzierungsbereich der SI wird ab der Jahrgangsstufe 8 ein Kurs „Politik/Wirtschaft“ angeboten.

Internationales Lernen ist am Gymnasium Paulinum mit dem politisch-sozialwissenschaftlichen Unterricht besonders eng verknüpft. So werden bilinguale Module im Fach Politik in den Regelunterricht aller Klassen insbesondere der Jahrgangsstufe 9 integriert, in das Differenzierungsangebot Politik/Wirtschaft sind sie fest integriert. Im Schuljahr 2012/13 startete der erste bilinguale Zug, für den dann ab Jahrgangsstufe 8 bilingualer Sachfachunterricht Politik vorgesehen ist.

Im Rahmen des CertiLingua Exzellenzlabels ist u.a. die erfolgreiche Anwendung bilingualer Kompetenzen in mindestens einem Sachfach vorgesehen. Am Paulinum ist dies das Fach Sozialwissenschaften.

Im Fach Sozialwissenschaften werden in der Sekundarstufe II regelmäßig externe Fachleute aus den Bereichen Wirtschaft und Politik in den Unterricht eingeladen, um im Rahmen von Podiumsdiskussionen und Vorträgen das Gelernte zu veranschaulichen und die Urteilskompetenz der Schülerinnen und Schüler zu fördern. Podiumsdiskussionen für alle Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II zu Kommunal-, Landtags- und Bundestagswahlen, zu Europathemen und zum Rechtsradikalismus werden von der Fachschaft, oft auch in Kooperation mit der Schülervertretung, organisiert.

In der Jahrgangsstufe 9 und der EF absolvieren die Schülerinnen und Schüler jeweils ein zwei Wöchiges Praktikum. Das Betriebspraktikum in der Jahrgangsstufe 9 erschließt die Arbeits- und Berufswelt. Es wird von den Schülerinnen und Schülern mit einer Mappe dokumentiert und von den unterrichtenden Politiklehrern betreut.

Neben der Nutzung von Medien zur Veranschaulichung der zum Teil komplexen Unterrichtsinhalte werden Computer und gängige Präsentationsprogramme auch als wichtiges Werkzeug für Schülerinnen und Schüler eingesetzt, um Recherchen durchzuführen und die Ergebnisse zu visualisieren. Der Einsatz des Computers und der gängigen Präsentationstechniken folgen dabei dem hauseigenen Methodencurriculum.

Geschichte

Vergangenheit verstehen, um Zukunft zu gestalten

Der Geschichtsunterricht am Paulinum zielt als integraler Bestandteil der gesellschaftswissenschaftlichen Bildung auf die Ausbildung eines reflektierten Geschichtsbewusstseins unserer Schülerinnen und Schüler. Im Zentrum des Faches Geschichte steht die (Re-)Konstruktion und kritische Deutung der Vergangenheit vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Fragen der Gegenwart. Der Geschichtsunterricht vermittelt die Kompetenz, historische Erkenntnisse zu erschließen und in das eigene Urteilen und Handeln einzubeziehen. Er leistet damit einen zentralen Beitrag zur Befähigung unserer Schülerinnen und Schüler zu einer mündigen Teilhabe an unserer Gesellschaft.

Unterrichtsangebot

Geschichte wird am Gymnasium Paulinum in der Sekundarstufe I in den Klassen 6, 8 und 9 unterrichtet. In der Oberstufe werden sowohl Grundkurse als auch Leistungskurse angeboten. Von Beginn an werden unseren Schülerinnen und Schülern eine grundlegende historische Bildung und zentrale fachmethodische Kompetenzen vermittelt, welche dann in der Sekundarstufe II systematisch vertieft und ausgebaut werden. Die inhaltlich-thematische Beschäftigung reicht von der Antike über das Mittelalter und die Neuzeit bis hin zur Gegenwart. Dabei lernen unsere Schülerinnen und Schüler insbesondere auch, welche Bedeutung Geschichte für ihr eigenes Leben hat. So wird im Unterricht immer wieder an die Lebenswelt der Lernenden angeknüpft, indem Strukturen und Entwicklungen auch auf lokalgeschichtlicher Ebene am Beispiel der Stadt Münster untersucht werden.

Am Paulinum als Europaschule und Internationaler Schule leistet der Geschichtsunterricht auch einen aktiven Beitrag zur Ausbildung der interkulturellen Kompetenz unserer Schülerinnen und Schüler. Durch die vertiefte Auseinandersetzung mit Fragen eigener und fremder historisch-kultureller Identität(en) trägt unser Geschichtsunterricht zur Ausbildung (fremd-) kulturellen Verständnisses und zur interkulturellen Verständigung bei. Durch das Angebot von bilingualen Modulen in den Klassen 8 und 9 lernen die Schülerinnen und Schüler zudem, sich mit geschichtlichen und gesellschaftlichen Fragen auch in englischer Sprache zu befassen. In der Oberstufe werden im Bildungsgang International Baccalaureate englischsprachige Geschichtskurse angeboten, die die außereuropäische Dimension der Geschichte verstärkt berücksichtigen.

Dabei bleibt auch im fremdsprachlichen Unterricht die fachlich-authentische Auseinandersetzung mit historischen Themen erhalten: Originär englischsprachige Quellen und englischsprachiges Unterrichtsmaterial bilden die Grundlage des Unterrichts. Die bilingualen Angebote im Fach Geschichte bieten neben den sprachlichen Synergie-Effekten mit dem Fach Englisch fachlich die wertvolle Chance, einen historischen Perspektivwechsel in besonderer Tiefe zu erreichen, und sie bereiten die Schülerinnen und Schüler darauf vor, sich in einer zunehmend internationalen Lebenswelt mit historisch-gesellschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen.

Unterrichtsmerkmale

Das historische Lehren und Lernen am Paulinum nimmt (fach-)didaktische Weiterentwicklungen gezielt auf und integriert sie in bewährte Unterrichtskonzepte. In diesem Sinne gestaltet sich unser Geschichtsunterricht problemorientiert, denn er ist auf spezifische historische Fragestellungen und damit auf ein den gesamten Lehr-Lernprozess strukturierendes Erkenntnisinteresse ausgerichtet; er ist schülerorientiert, da die Fragen der Lernenden an die Geschichte Ausgangspunkt der Auseinandersetzung mit Geschichte sein sollen; er ist produktorientiert, da am Ende des Unterrichtsprozesses ein konkret fassbares Ergebnis steht; und er ist zudem handlungsorientiert, da unsere Schülerinnen und Schüler in ganzheitlichen Unterrichtszusammenhängen historische Kompetenzen und Erkenntnisse gewinnen. Durch das Zusammenwirken des Faches Geschichte mit den weiteren (gesellschaftswissenschaftlichen) Fächern in Form von curricular verankertem fachübergreifendem bzw. fächerverbindendem Unterricht wird ein vertieftes und differenziertes Verständnis komplexer historisch-politischer und gesellschaftlicher Zusammenhänge ermöglicht.

Einbindung außerschulischer Lernorte und Öffnung des Unterrichts

Im Sinne lebensweltorientierter Unterrichtsarbeit hat die Auseinandersetzung mit Geschichte auch außerhalb schulischer Unterrichtskontexte eine besondere Bedeutung. Gerade Münster bietet vielfältige Chancen, Geschichte im wahrsten Sinne des Wortes (be-)greifbar zu machen. Daher ist die Einbindung lokaler außerschulischer Lernorte in allen Jahrgangsstufen ein fester Bestandteil der historischen Bildung an unserer Schule.

In enger Anbindung an die Inhalte des Fachcurriculums wird in der Klasse 6 eine Exkursion in das Archäologische Museum der WWU durchgeführt, in der die Kinder in die museale Arbeit der Bewahrung und Erforschung antiker Relikte eingeführt werden und sich intensiv mit dem (Alltags-)Leben der Menschen im Rom und im Griechenland der Antike befassen. In Kooperation mit dem Stadtarchiv Münster findet dann im zweiten Halbjahr der Klasse 6 unser Archivtag „Geschichte entdecken im Stadtarchiv Münster“ statt. An diesem Tag werden die Kinder auch selbst aktiv und gehen auf eine Entdeckungsreise durch das Stadtarchiv und seine unterschiedlichen Abteilungen. In der Klasse 8 wird dann die unterrichtliche Beschäftigung mit dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit anhand der Lokalgeschichte Münsters konkretisiert. In diesem Zusammenhang sind Exkursionen zum Stadtmuseum Münster und zum Rathaus des Westfälischen Friedens vorgesehen. In fachübergreifender Kooperation mit dem Fachbereich Sozialwissenschaften begeben sich die Klassen 9 je einen Vormittag lang in den „Demokratiedschungel“ der Villa ten Hompel. An diesem Thementag setzen sich die Schülerinnen und Schüler intensiv am authentischen Ort mit den Verbrechen des Nationalsozialismus auseinander und erarbeiten Implikationen für gesellschaftliche Fragen und historisch-politische Debatten der Gegenwart.

Die gezielte Nutzung der Potenziale solcher außerschulischer Lernorte findet ihre Fortsetzung in den Grund- und Leistungskursen der Oberstufe. In den Diskurs um historische Fragestellungen werden auch externe Experten und Zeitzeugen einbezogen. Darüber hinausgehend hält der Leistungskurs Geschichte ein ganz besonderes Angebot bereit: Im Sinne wissenschaftspropädeutischer Unterrichtsarbeit wird in einer verstetigten projektierten Kooperation mit dem Historischen Seminar und der Arbeitsstelle Forschungstransfer der Universität Münster ein Geschichtsprojekt durchgeführt, in dem unsere Schülerinnen und Schüler die Chance erhalten, gemeinsam mit universitären Experten historisch Unbekanntes in ihrer eigenen Lebenswelt zu erforschen und ihren eigenen kleinen Beitrag zur lokalgeschichtlichen Forschung zu leisten.

Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten

Um frei von curricularen Vorgaben intensiv interessengeleitet historisch zu arbeiten, bildet unsere AG zur Teilnahme am Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten für alle Jahrgangsstufen einen bewährten institutionalisierten Rahmen. Der besondere Reiz dieses bundesweiten Wettbewerbs liegt darin, dass Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen dabei selbst zu jungen Historikerinnen und Historikern werden können. Sie entwickeln eine geschichtliche Fragestellung, die im Rahmen des Wettbewerbsthemas ihrem eigenen Interesse in besonderem Maße entspricht, recherchieren Quellen und forschen an historischen Orten, führen (Zeitzeugen-) Interviews durch und dokumentieren ihre Ergebnisse in anspruchsvoller Form. Unterstützt durch das Institut für Didaktik der Geschichte der Universität Münster bieten wir unseren Schülerinnen und Schülern eine enge und intensive Betreuung bei der Wettbewerbsteilnahme.

Philosophie

Das Gymnasium Paulinum bietet das Fach „Praktische Philosophie“ bereits ab der 8. Klasse an. Gewählt werden kann das Fach in der Sekundarstufe I anstelle des evangelischen oder katholischen Religionsunterrichts von Schülerinnen und Schülern mit anderer bzw. ohne Konfession oder nach vorheriger Abmeldung vom Religionsunterricht.


Die Unterrichtsinhalte orientieren sich an Grundfragen der einzelnen Themengebiete:

  • die Frage nach dem Selbst (das Ich, meine Sicht auf mein Leben etc.)
  • die Frage nach dem Anderen (das Fremde, das Leben in der Familie etc.)
  • die Frage nach dem guten Handeln (Werte, das Gute und das Böse etc.)
  • die Frage nach Natur, Kultur und Technik (von und mit der Natur leben etc.)


Die „Praktische Philosophie“ geht dabei auf den Schülerhorizont ein. Die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler, ihre Sichtweise auf die Dinge und ihr persönliches Interesse an diesen Fragen sollen im Unterricht eingefangen werden. Gelungener Unterricht in „Praktischer Philosophie“ setzt also eine gewisse Offenheit der Beteiligten - der Schüler wie der Lehrer – voraus.

In der Oberstufe kann das Fach Philosophie auch als Abiturfach gewählt werden.
Neben einer Einführung in die Themen und Gegenstandsbereiche der Philosophie in der Einführungsphase werden in der Qualifikationsphase folgende Themenblöcke behandelt: Ethik, Staats-, Rechts- und Geschichtsphilosophie, Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie. Außer den obligatorischen Unterrichtsinhalten können Fragen der philosophischen Ästhetik (das Verhältnis von Kunst, Wahrheit, Schönheit und dem Guten, Kunst und Natur, Verstehbarkeit und Interpretation von Kunst) thematisiert werden.

Neben der Lektüre und Erörterung diverser philosophischer Theorien und Ansätze (z.B. Kants ‚kategorischer Imperativ‘, Hobbes’ Staatskonzeption, Humes Analyse der Kausalität) wird vor allem die Argumentations- und  Kritikfähigkeit geschult. Darüber hinaus setzt sich das Fach Philosophie zum Ziel, die Urteilsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler im Sinne einer grundlegenden Orientierung in der heutigen (Lebens-)Welt aus- und weiterzubilden. Dabei bedienen wir uns unterschiedlicher Methoden (u.a. Debatte, philosophische Erörterung, Gedankenexperiment).

Eine wichtige Rolle spielt auch der Wettbewerb „Philosophischer Essay“, an dem wir regelmäßig mit gutem Erfolg teilnehmen. Hier erhalten die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, ihre eigenen Gedanken zu entwickeln und ihrer Einstellung zu philoso-phischen Fragestellungen und Problemen „freien Lauf“ zu lassen.


Bekannt ist der Ausspruch des Sokrates: „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“ Dies klingt zunächst nicht sehr verlockend, zeigt jedoch, worin der Beginn allen Philosophierens besteht:  Im Hinterfragen des Selbstverständlichen und im Staunen über das Alltägliche. Das tat Sokrates, indem er den Leuten auf dem Marktplatz von Athen Fragen stellte, über die viele Menschen offensichtlich aufgehört hatten nachzudenken.


Abschließende und unverrückbare Antworten darf man von der Philosophie ebenso wenig erwarten wie von den Naturwissenschaften und so bezeichnet sich auch Sokrates als ein "Nichtwissender". Seine Befragung der Leute, die "alles" zu wissen glauben, führt ihn jedoch zu dem Schluss, dass er damit bereits einen Erkenntnisschritt weiter ist als all jene, deren Scheinwissen sie davon abhält, über die wirklich wichtigen Dinge im Leben nachzudenken.

 
Für den Philosophieunterricht mitbringen sollte man deshalb die Fähigkeit und das Interesse,

  • das Selbstverständliche zu hinterfragen und über das Alltägliche zu staunen.
  • auch ungewohnte Denkansätze zu entwickeln und diese  zu Ende zu denken.
  • sich auf Gedankenexperimente einzulassen.
  • sich in Diskussionen von anderen inspirieren zu lassen.
  • auch komplizierte Sachverhalte möglichst klar auszudrücken.
  • komplizierte und bisweilen auch sprachlich schwierige Texte zu lesen.


Religion

Moderne, Postmoderne und Säkularisation haben das Interesse an Religion nicht gemindert. Manchmal wird sogar eine zunehmende Wahrnehmung religiöser Fragestellungen und Themen beobachtet: Hat unser Leben einen Sinn? Wo ist Gott? Was erwartet uns nach dem Tod? Können Naturwissenschaft und Religion zusammen gedacht werden? Welchen Platz habe ich in der Welt?

Die Fächer katholische und evangelische Religionslehre stellen sich diesen Fragen im Dialog mit den Schülerinnen und Schülern im Spannungsfeld von Tradition, Wirkungsgeschichte und aktueller Situation. Der humanistischen Tradition unserer Schule verpflichtet tragen beide Fächer in besonderer Weise zur Wertevermittlung und -reflexion bei.

Dies geschieht in guter ökumenischer Zusammenarbeit, z. B. durch kollegiale Abstimmung der Lehr- und Lerninhalte, durch gemeinsame Beratung in der Fachkonferenz, durch Kooperation bei konkreten Themen und in der Planung und Durchführung außerunterrichtlicher Veranstaltungen. Gewinnbringend sind gegenseitige Hospitationen, sowohl in inhaltlicher als auch in methodischer Sicht.  

Ökumenische Schulgottesdienste feiern wir regelmäßig in der Petrikirche, der alten Schulkirche des Paulinum. Sie werden von den Lehrkräften und Geistlichen beider Konfessionen mit Schülerinnen und Schülern vorbereitet und durchgeführt und vom Musikzweig des Paulinum unterstützt. Gemeinsam verantwortete religiöse Schulwochen ergänzen das Angebot. 

Das große Spektrum der Unterrichtsinhalte ermöglicht es, methodisch vielseitig die Erfahrungen und Einstellungen der Schülerinnen und Schüler mit den biblischen Traditionen und herausragenden Gestalten der Kirchengeschichte in Kontakt zu bringen. Ethische Konsequenzen werden dabei von Anfang an mit bedacht und diskutiert, aktuelle Herausforderungen und neue theologische Fragestellungen werden in die Unterrichtsplanung einbezogen. Die Kooperation mit externen Partnern, z. B. der Universität, gibt uns in Vorträgen und Diskussionen die Möglichkeit, unsere Schülerinnen und Schüler in den aktuellen religiösen und ethischen Diskurs mit einzubeziehen. 

Das Miteinander in Schule und Unterricht wird zum Feld eines fairen und zugewandten Lernens. Vertiefte Einsichten in die eigene Religion werden ergänzt durch das Kennenlernen der anderen Weltreligionen. Dies ist uns besonders wichtig, da sich am Gymnasium Paulinum Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen begegnen und miteinander leben. 

Abmeldungen vom Religionsunterricht bleiben die Ausnahme; das Fach wird regelmäßig als Prüfungsfach im Abitur angewählt. 

Kunst

Die neue Web-Galerie der Kunst zeigt einen Querschnitt aus Schülerarbeiten aller Jahrgangsstufen.

Wir leben in einer visuell geprägten Kultur, gezeichnet durch die Dominanz von Bildern und durch flüchtige Formen der Rezeption. Einerseits werden wir durch die Medien allgegenwärtig mit mannigfaltigen Bildern konfrontiert, andererseits produzieren wir beispielsweise mithilfe unserer Smartphones selbst unzählige Bilder. Jeder Augenblick kann fotografisch oder per Video festgehalten werden. Was aber macht ein Bild eigentlich aus? Warum ist es wie gestaltet und welche Botschaft suggeriert es?

Die kritische Auseinandersetzung mit Bildern (aus der Kunstgeschichte, den Medien, der Werbung und aus dem Alltag) ist eine der zentralen Aufgaben des Kunstunterrichts am Gymnasium Paulinum. Bilder werden sowohl analysiert und hinterfragt als auch in praktischen Arbeitsphasen kreativ gestaltet. So finden Schülerinnen und Schüler eigene Wege, auf denen sie absichtsvoll durch Bilder kommunizieren und für sich neue Methoden der Bildproduktion finden können. In abwechslungsreichen Projekten zu verschiedenen Themen entwerfen sie eigenständig Konzepte und setzen diese mithilfe geeigneter künstlerischer Verfahren um.

Dabei wird besonders innovatives, problemlösendes (kreatives) und persönlichkeitsbildendes Denken und Handeln gefördert. Die Arbeiten der Schülerinnen und Schüler werden in schulinternen und externen Ausstellungen gewürdigt, die Lösungen der Mitschülerinnen und Mitschüler werden wertgeschätzt. Besonders gelungene Arbeiten werden als „Kunstwerk des Monats“ prämiert und in der Schulzeitung sowie auf der Homepage präsentiert.

Für den Kunstunterricht stehen den Schülerinnen und Schülern zwei große Fachräume zur Verfügung, die jeweils mit einem Beamer und zwei Computerarbeitsplätzen mit Internetzugang versehen sind. Zusätzlich gibt es zwei Computerräume, die mit Photoshop ausgestattet sind sowie einen Werkraum mit Brennofen und Druckpresse.

Auch außerschulische Lernorte (Schulwald, Innenstadt, Museen, Ausstellungen, Kunstateliers usw.) werden besonders dann in den Unterricht integriert, wenn an fachübergreifenden Projekten gearbeitet wird oder die Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Programms „Kultur und Schule“ regelmäßig mit ausgewählten Künstlerinnen und Künstlern zusammenarbeiten.

Der Kunstunterricht am Gymnasium Paulinum umfasst alle Bereiche des bildnerischen Gestaltens: Von der Malerei, über Zeichnung, Hochdruck, Architektur, Plastik, Fotografie, Film, Design, Computergrafik bis hin zu Landart-Projekten im Schulwald.

Foto: Frauke Schumann

Musik

Drei Wege zur Musik

Der Musikunterricht am Gymnasium Paulinum nutzt seit langem die positiven Auswirkungen der Musik und des Musizierens auf die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen und bezieht sich dabei auch auf die neuesten Erkenntnisse der Musikpädagogik, der Musikpsychologie und der Neurobiologie. Wir bieten Ihren Kindern in den Klassen 5 und 6 drei unterschiedliche Wege zur Musik.

Ein umfangreiches und niveauvolles Angebot an ergänzenden Ensembles stärkt die musikalischen und sozialen Kompetenzen unserer Schülerinnen und Schüler.

Chöre 

  • Kinderchöre der Musikzweige Kl. 5/6 
  • Theaterkinderchor für die Städtischen Bühnen Münster 
  • Jugendchor Klasse 7 
  • Mädchenchor Klasse 8 
  • Großer Chor Klasse 8-13
  • Projektchöre

Bläserensembles

  • Bläsergruppen Kl. 5/6 
  • Vororchester Kl. 5-8 
  • Blasorchester Kl. 7-13

Sport

Eine Schule in Bewegung

Aufgrund der zentralen Lage sind wir nicht allein auf die Halle angewiesen, sondern können den Tartanplatz mit Toren und Basketballkörben ebenso nutzen wie die angrenzenden Westerholtschen Wiesen sowie den zu Fuß erreichbaren Sportpark an der Sentruper Höhe, der nahezu alles zu bieten hat, was man (bei gutem Wetter) als Sportler bedarf. Hinzu kommt die unmittelbare Nähe des Stadtbads Mitte, die dem Schwimmunterricht ebenfalls zugute kommt.

Sport - offen für Neues

Wer also bewegt das Paulinum? Zunächst sind da die Sportlehrer zu nennen. Aufgrund des Status als "selbstständige Schule" erfolgte eine zielgerichtete Einstellung engagierter Sportkollegen beiderlei Geschlechts.  Der ständig weiterentwickelte schulinterne Lehrplan weist denn auch neben herkömmlichen Sportarten wie Leichtathletik, Tanz und Geräteturnen auch bislang weniger beachtete Sportarten wie Kämpfen, Jonglage, Akrobatik, Klettern oder Ultimate Frisbee aus. Die Erfahrung der älteren Kollegen bildet so zusammen mit den Ideen der jüngeren Kollegen eine gesunde Mischung.

Pausensport und Prävention

Sport und Bewegung am Paulinum beschränken sich aber nicht auf den Sportunterricht. Auch der Pausensport spielt eine wichtige Rolle. Hier werden neben dem Tartanplatz vor allem die überdachten Tischtennisplatten sowie die im Außenbereich der Sporthalle installierte Kletterwand mit Freude genutzt.

Dass Sport nicht Mord sein muss, sondern entgegen manchen Vorurteilen in aller Regel sehr gesund sein kann, betonen nicht nur Mediziner, sondern wird am Paulinum auch praktisch umgesetzt.

Im Rahmen eines Reanimationsprojektes der Unikliniken erhalten die Schüler der Jahrgänge 6 und 9 zudem eine im Rahmen des Sport- und Biologieunterrichtes durchgeführte Ersthelferausbildung, die sie für den Ernstfall wappnet.

Der Gesundheit und Prävention dienen auch der Leonardo-Campus-Lauf, der Schlosslauf und der Münster-Marathon, an denen sowohl zahlreiche Schüler als auch viele unserer Kollegen regelmäßig teilnehmen. Der Aspekt des Breiten- und Gesundheitssports findet seinen Ausdruck auch im Sportabzeichen, das von zahlreichen Schülern im Rahmen des Sportunterrichts abgelegt wird.

Sport = Spaß

Dass  auch der sportliche Spaß am Paulinum nicht zu kurz kommt, zeigt sich u.a. in der regen Nutzung der mittlerweile zahlreichen sportlichen AG- Angebote. Ob Basketball oder Tanz, ob Hockey oder Zirkus: Die unterschiedlichsten Interessen werden aufgegriffen. Selbst Rudern und Golf sind durch Kooperation mit externen Vereinen und Clubs am Paulinum möglich.

Wer Spaß am Sport hat, feiert auch gerne. Das tun auch die Schülerinnen und Schüler des Paulinum etwa beim Sportfest der 5. Klassen, an dem auch regelmäßig Elternstaffeln teilnehmen, oder bei den jährlichen Bundesjugendspielen, die als Sportfest durchgeführt auch die Ballsportarten mitberücksichtigen. Spaß gibt`s nicht nur im Sommer-, sondern auch im Wintersport; etwa bei der Skifahrt der 9. Klassen, die schon seit Jahren für eine Woche in das schöne Ahrntal fahren.

Dass Spaß und Leistung keine Widersprüche sein müssen, zeigt die Teilnahme unserer Schülermannschaften an Wettkämpfen und Stadtmeisterschaften. Sowohl im Fußball und Handball als auch im Basketball und Tischtennis konnten unsere Mannschaften mit viel Spaß beachtliche Erfolge erzielen.

Total engagiert

Wer Spaß am Sport hat, der engagiert sich auch für andere. So geht das Engagement vieler Schüler weit über die üblichen Helferdienste etwa bei Bundesjugendspielen hinaus: Die SV organisiert neben oft sportlich orientierten Mottopausen auch regelmäßig Fußballturniere.

Das Fußballspiel gegen das Osnabrücker Carolinum ist bereits ein Klassiker und klärt alljährlich neu, wer sich nun für ein Jahr als ältestes deutsches Gymnasium verstehen darf. Im Rahmen des Sponsoren-Seilspringens engagieren sich Schüler auch finanziell für ein Hilfsprojekt in Indien.