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Sättigung: Kunstausstellung und Theaterperformance in der Paula

Sarah Ferreira (Kunstkurs Q1), Inszenierte Fotografie

Tischgestaltung: Burger-Service per Carrera Bahn (Kunstkurs Q1)

In einer Zeitreise fahren die Schüler einer fiktiven Klasse der Zukunft im Jahr 2.365 zurück ins 20. und 21. Jahrhundert. In der emotionslosen, durchgeplanten Zukunft sichern Gleichheit und Planwirtschaft eine Grundversorgung aller Menschen. Die Schüler sehen und erfahren auf ihrer Zeitreise, dass die Ungleichheit der Ressourcenverteilung zu vielfältigen Spannungen in politischer, sozialer und emotionaler Hinsicht geführt hat. 

Die Besucher der Ausstellung sitzen selbst mitten im Geschehen. Der Kunstkurs hat die Tische gestaltet mit Objekten, die Fensterscheiben rundherum mit großformatigen Fotos innen und außen beklebt. Kurzfilme unterbrechen und ergänzen die Szenen. Die Arbeiten zeigen den Kontrast zwischen Wohlstand, Überversorgung und innerer Leere, sowie die Dekadenz moderner Marketing- und Foodkonzepte. 

Mit den Figuren der Zukunft erleben auch die Besucher Selbstmord, Essstörung, Märchenfiguren, gestörte Beziehungen im Privaten und Politischen und viele Phänomene, die durch Mangel oder Übersättigung im wörtlichen wie im übertragenen Sinne hervorgerufen werden.

Schließlich erkennt eine Schülerin in einer Deutschstunde über „verwirrte Gedichte“, dass das Wesen des Lebens im Wahrnehmen des Augenblicks liegt. (Elisabeth Levkau und Jutta Lohaus)

 

Mein sind die Jahre nicht,

die mir die Zeit genommen.

Mein sind die Jahre nicht,

die etwa möchten kommen.

 

Der Augenblick ist mein

und nehm‘ ich den in Acht,

so ist der mein,

der Jahr und Ewigkeit gemacht.

(Andreas Gryphius)