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MUSIK+ Unterdrückung?! Sinfonieorchester Münster zu Gast am Paulinum

Das neue Konzertformat „MUSIK+“ des Sinfonieorchesters Münster um Generalmusikdirektor Golo Berg hat am Donnerstag, 25. Januar, am Gymnasium Paulinum Premiere gefeiert. Gemeinsam mit Jonas Nondorf vom Theater Münster, dem Deutsch Leistungskurs sowie dem Musik Grundkurs aus der Q2 erarbeitete das Sinfonieorchester Münster ein außergewöhnliches Konzerterlebnis.

Über 600 Schülerinnen und Schüler des Gymnasium Paulinum durften die Unterdrückung am eigenen Leibe spüren. Beim Einlass des Konzerts erhielten die Zuschauer von der „Security“ willkürliche Befehle und Aufgaben, denen sie Folge zu leisten hatten: „Geh durch Tür 3!“ – „Dreh dich im Kreis!“ – „Lauf zur Bühne!“ … „Es ist durchaus lustig das mitanzusehen, bis man dann selbst unterdrückt wird“, so Lasse Domberg aus der 9c.

Nachdem das Sinfonieorchester dem eingeschüchterten Publikum mit der Musik von Franz Liszt endlich eine Konzert-Stimmung schenkte, lösten die Schülermoderatoren aus den Q2-Kursen, Lea Weigel und Amaury Backhaus, das Thema „Unterdrückung“ auf, sodass sich das Publikum nachfolgend auf die literarischen, szenischen und musikalischen Beiträge zu diesem Thema einlassen konnte und „den ein oder anderen Gänsehautmoment erleben durfte“, so Tim Neubert-von der Heyden, Lehrer des LK Deutsch Q2 und somit Mitorganisator des Konzerts.

Dabei wurden viele unterschiedliche Präsentationsweisen gewählt, dem Publikum Unterdrückung hör- und sichtbar zu machen. Dazu zählten ein selbst erstelltes Simplicity-Video, zwei Dauerszenen an den Seiten der Bühne, die die Unterdrückung und Freiheit darstellten, ein Hymnenquiz mit jeweilig erklärtem Bezug zum Thema „Unterdrückung“, ein selbstverfasster Poetry-Slam, der alle Zuschauer fesselte oder auch eine Klanginstallation, die sich aus Ansichten der Zuschauer zum Thema zusammensetzte. Musikalisch wurde die Unterdrückung mit ergreifenden Stücken wie dem „Gefangenenchor“ aus der Oper „Nabucco“ von Verdi, der „Kammersinfonie op.110a“ von Schostakowitsch oder auch „Les Prèludes“ von Franz Liszt verdeutlicht.

Aber nicht nur das Sinfonieorchester konnte die Schülerinnen und Schüler mit Musik begeistern, sondern auch Ben Unterschütz aus dem Musikkurs, der die „Theresienstadt-Hymne“ sang und selbst dazu Akkordeon spielte, sowie Minha-Marie Yeo, ebenfalls aus dem Musikkurs, die den Sänger Gregor Dalal mit einem während der unterdrückenden Zeit der Restauration entstandenen Lied von Franz Schubert am Klavier begleitete. Abgerundet und fulminant geschlossen wurde das Konzert mit dem „Mambo“ aus der „West Side Story“ von Bernstein, wozu wiederum Schülerinnen des Deutschkurses die sich gegenseitig anfechtenden Jugendgruppen szenisch darstellten.

„Unterdrückung ist echt näher als man denkt“, so Joelle Asfour (Q2). Durch den Wechsel von Musik und Literatur ist es allen Beteiligten gelungen, den Zuschauern das große Thema „Unterdrückung“ mit Beispielen aus der Geschichte bis hin zu aktuellen Alltagssituationen näher zu bringen. An dieser Stelle einen großen Dank an Jonas Nondorf, der für die Kommunikation und Kooperation zwischen dem Sinfonieorchester und dem Paulinum zuständig war. Ebenfalls einen herzlichen Dank an Margarete Sandhäger und Tim Neubert-von der Heyden, die das ganze Projekt ins Rollen brachten und während der gesamten Wochen den Schülerinnen und Schülern beim Erarbeiten ihrer Beiträge zur Seite standen, sodass diese sich schließlich von der Qualität her der Professionalität des Sinfonieorchesters anpassen konnten. (Julia Ta, Q2)